Doppelschneckensysteme: Maximale Präzision für anspruchsvolle Schüttgüter
Effiziente und präzise Dosiersysteme für Schüttgüter sind ein zentraler Baustein moderner Industrieprozesse. Besonders bei schwierig zu handhabenden Rohstoffen spielt die richtige Auslegung eine entscheidende Rolle: Wenn Förderleistung, Genauigkeit und Prozessstabilität auf den Punkt kommen müssen, zeigen Doppelschneckensysteme ihre Stärken.
Schüttgüter sind nicht gleich Schüttgüter
- Verschiedene Fließeigenschaften, wie rieselfähig oder brückenbildend
- Produktanforderungen an Staubfreiheit oder Mischbandgenauigkeit
- Prozessvorgaben zu Zykluszeit, Fördermenge und Wägegenauigkeit
- Sonderfälle wie ATEX-Bereiche oder schwer handhabbare Materialien
Lösungsansatz: Von der Grob- zur Feindosierung
Bei klassischen Dosiersystemen mit Schnecke führt die Wahl der richtigen Geometrie und Größe oft zum optimalen Ergebnis. In vielen Industrieprojekten wird eine Kombination aus Grob- und Feindosierung nötig, um einerseits eine hohe Dosierleistung pro Stunde zu erzielen, andererseits die geforderte Genauigkeit nicht aus dem Blick zu verlieren. Hierfür eignen sich speziell abgestimmte Doppelschneckensysteme.
Das Funktionsprinzip: Zunächst fördert eine Grobschnecke schnell den Großteil der Charge Richtung Wägebehälter. Unmittelbar darauf übernimmt eine kleinere, meist filigran konstruierte Feinschnecke, die – gesteuert durch das nachfolgende Wägesystem – die Restmenge mit höchster Präzision ergänzt. So wird eine optimale Balance zwischen Leistung und Genauigkeit erreicht, die auch bei schlecht fließenden, klebrigen oder voluminösen Schüttgütern zuverlässig funktioniert.
Maßarbeit statt Standard: Prozessanalyse und individuelle Planung
Die Entscheidung, ob ein Doppelschneckensystem benötigt wird, ergibt sich aus einer sorgfältigen Analyse der Rohstoffeigenschaften und Prozessanforderungen. Aspekte wie Produktzerstörung, Temperaturverhalten oder Sondervorgaben (z. B. Explosionsschutz) fließen in die Planung ein. Nur so entstehen Anlagen, die stabil, langlebig und wartungsarm arbeiten – unabhängig davon, ob großvolumige oder mikrofeine Komponenten dosiert werden.
Moderne Dosiersysteme lassen sich exakt auf kundenspezifische Anforderungen abstimmen: von platzsparenden Kompaktanlagen für begrenzte Räume bis hin zu komplexen Gesamtsystemen mit digitaler Anbindung, Fernwartung und vollständiger Prozessdokumentation.
Praxisbeispiele und technische Highlights
Erfolgreiche Projekte zeigen, dass gerade im Bereich der Schüttgut-Dosierung Flexibilität und Fachwissen gefragt sind. Bei der Dosierung schwer händelbarer Produkte – etwa Fasern, Metallabrieben oder Feinstaub – ermöglicht ein durchdachtes Doppelschneckensystem nicht nur eine sichere Prozessführung, sondern reduziert auch Ausschuss und Produktverluste. Das minimiert langfristig die Betriebskosten und erhöht die Prozesssicherheit.
Zukunftsorientierte Dosierlösungen bieten außerdem Schnittstellen für die Industrie 4.0-Anbindung, integrierte Selbstreinigungssysteme und vollautomatisierte Kalibrierungsfunktionen. Somit ist auch bei Prozessanpassungen maximale Flexibilität gewährleistet.


